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Einander zu verstehen erfordert Kommunikation

In jedem Organisationsentwicklungsprojekt, in jedem Change- oder Strategie-Projekt egal ob als Führungskraft oder im Team ist die Kommunikation DER relevante Begleitprozess, welcher nicht selten über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Manchmal läuft die Kommunikation einfach nebenbei mit. Gemessen am Beitrag zum Erfolg wird für die zielgruppengerechte Kommunikation oft unterdurchschnittlich viel Energie aufgewendet. Im schlimmsten Fall entstehen Konfliktpotentiale, die wiederum viel Geld kosten können.

Gleichzeitig ist es in der aktuellen Situation schwierig, worüber in welcher Form und Tonlage kommuniziert werden soll. Pandemiebedingt hat sich die Digitalisierung in vielen Bereichen beschleunigt. Wir erleben einen Krieg vor der Haustür und der Klimawandel ist allgegenwärtig. Bei übermächtigen, äußeren Einflüssen ist es wesentlich, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die wir beeinflussen können und hier setzt auch die Kommunikation an.

Nicht jeder hat in seiner Organisation einen PR-Experten zur Hand, daher habe ich bei PR-Expertin Veronika Fiereder (www.unisono-pr.at) nachgefragt: „Was sind die Top 5 Grundsätze in der Kommunikation?

 

1. Im Moment kommunizieren

Wer sich Gedanken über Kommunikation macht, macht sich auch Gedanken über Kommunikationspläne. Dies ist für die Unternehmenskommunikation oder bei längeren Projekten durchaus sinnvoll wenn nicht essentiell. Alle Stakeholder sollen zielgerichtet angesprochen werden und bei Bedarf wird der Austausch angestoßen.

Die Pläne sollten jedoch nur als Leitplanken verstanden werden. Eine lebendige Kommunikation lässt die aktuelle Situation einfließen. Damit ankert die Kommunikation im Hier & Jetzt. Der Gegenwartsbezug macht die Sache lebendig.

 

2. Tonlage und Arenen

Ehrlich, wertschätzend, authentisch.“ Jeder sollte seinen eigenen Stil finden und Empathie für seine Umwelt entwickeln. Ehrlichkeit ist die Grundvoraussetzung jeder Kommunikation. Bevor man sich an einem Thema vorbei schwindelt, ist es ratsamer zu sagen, dass es noch zu früh ist, dieses Thema zu kommunizieren, aber sobald es möglich ist, dies zeitnah nachgeholt wird (und dies dann auch getan wird).

Feedbackprozesse können die Wertschätzung fördern und sind ein wesentliches Kommunikationstool für Führungskräfte. Zuhören (als wesentlicher Teil der Kommunikation) drückt auf eine ganz besondere Art Wertschätzung aus. Persönliches wird wieder eingebracht, dadurch wird Vertrauen aufgebaut. Dabei ist die Unterscheidung wichtig, dass „persönlich“ nicht gleich „privat“ ist.

Es ist sehr anstrengend, ständig professionelle Masken zu tragen. Mit den eigenen Worten die eigene Meinung und Haltung zum Thema zu vertreten ermöglicht es, dass sich die Zuhörer mit dem Gesagten identifizieren. Stimmung machen und Stellung beziehen. Gelebte Authentizität macht die Botschaft annehmbarer.

Hinsichtlich der Kommunikationsplätze ist immer noch ein guter Mix aus analog und digital sinnvoll. Unterschiedliche Zielgruppen werden zu unterschiedlichen Themen auf unterschiedlichen Kanälen erreicht.

 

3. ZIEL und Zielgruppe – oder die Frage: „Wer ist mein Gegenüber?“

Welches Ziel setze ich mir für meine Kommunikation? Was will ich mit dem Gesagten erreichen? Es geht immer darum, entweder das Bewusstsein zu steigern und/oder zum Handeln zu motivieren. Und das muss in einer adäquaten Story verpackt werden.

Dafür muss ich meine Zielgruppe kennen und wissen wie sie tickt.

Ein wichtiger Fakt in der Kommunikation ist, dass sich mein Gegenüber immer fragt: „Was betrifft mich persönlich? Wie wirkt sich das bei mir aus?“ Daher ist es essentiell, die Kommunikation auf die für die Zielgruppe relevanten Inhalte herunterzubrechen. Die Antwort meines Gegenübers auf die Frage: „Was bringt es mir?“ sollte jedenfalls beantwortet sein.

 

4. Perspektiven schaffen

Heute ist das Glas nicht halb voll oder halb leer, heute fragt man: „Ist das Glas fair produziert? Hatte es lange Transportwege? Ist es recyclebar?“ In der Kommunikation können neue Perspektiven eröffnet werden.

Diese Eigenschaft ist auch für jede Krise wertvoll. Perspektiven zu eröffnen heißt Alternativen zu haben. Und Alternativen machen handlungsfähig. Wichtig dabei ist, diese Alternativen auf den eigenen Wirkungs- und Einflussbereich herunterzubrechen, nur dort sind wir eigenständig handlungsfähig.

Übertragen auf die Kommunikation bedeutet dies, dass Perspektiven für die betroffene Zielgruppe angeboten werden können, wenn ich mir vorher Gedanken darüber gemacht habe, was genau für meine Zielgruppe relevant und emotional wichtig ist.

Wie also kommunizieren, dass die Botschaft auch sicher ankommt? Jede Kommunikation enthält Informationen und Emotionen. Emotionen können gut mit Bildern transportiert werden. In der heutigen visuellen Welt bedeutet dies, dass 50 % Information und 50 % Visualisierung der Emotion der Standard sind.

 

5. Nonverbale Kommunikation = mein Verhalten

Kommunikation besteht nicht nur aus Sprache oder Text, vielmehr ist unser Verhalten die größte und sichtbarste Kommunikation. Etwas zu TUN ist immer die bessere Botschaft. Manche perfektionieren das gesprochene oder geschriebene Wort anstatt die Dinge einfach vorzuleben. Diese Praxis bewährt sich nicht nur bei Dingen, die wir neu lernen, sondern eignet sich auch für nicht greifbare Werte. Durch das Verhalten anderer verstehen wir sofort was gemeint ist. Und hier schließt sich der Kreis auch mit dem Unterschied zwischen „meinen“ und „machen“.

 

Veronika hat uns mit diesen 5 Grundsätzen sehr anschaulich erzählt, was Kommunikation ausmacht. Für alle Mathematik affinen Menschen möchte ich dies noch in einer Gleichung zum Ausdruck bringen:

 

E = Q * A

wobei E = Erfolg, Q = Qualität, A = Akzeptanz

 

Alle Fachkonzepte zur Sicherung der Qualität alleine garantieren noch keinen Erfolg. Nur durch einen hohen Akzeptanzwert ist der Erfolg gesichert! Die Kommunikation kann wesentlich dazu beitragen, die Akzeptanz bei der Zielgruppe zu erhöhen oder anders gesagt, wenn diese total misslingt und die Akzeptanz damit Null ist, ist auch der Erfolg gleich Null.

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